Ein Ort mit Geschichte: Die Eintracht-Hütte in Oberbieber

Die Geschichte der Eintracht-Hütte beginnt Mitte der 1960er Jahre, als in der 1895 gegründeten Gesellschaft Eintracht der Wunsch nach einer eigenen Vereinshütte aufkam. Der gewählte Standort war die ehemalige „Silberschmelze“ an der Mündung des Deichselbaches in den Aubach. Mit der Baugenehmigung durch die Kreisbehörde am 22. Februar 1968 wurde der Grundstein für die Realisierung dieses Traums gelegt.

Nach der Pachtung, der in fürstlichem Besitz befindlichen Grundstücke, hätte mit dem Bau begonnen werden können, wenn die Gesellschaft Eintracht über die hierfür notwendigen Mittel verfügt hätte. Da dies nicht der Fall war, galt es Unterstützer für die Ausführung dieses Projektes zu finden. Der Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber übernahm, auf Grund der schon damals gegebenen Verbundenheit der beiden Ortsvereine, einen größeren Anteil der Materialkosten zum Bau der Hütte.

Die ersten Schritte – Bau und Finanzierung

Nach der Pachtung der fürstlichen Grundstücke stand der Bau theoretisch nichts mehr im Wege – nur fehlte es an den nötigen finanziellen Mitteln. Unterstützung kam vom Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber (HVO), der einen Großteil der Materialkosten übernahm. Die Gesellschaft Eintracht errichtete die Hütte und die umliegenden Anlagen schließlich in Eigenleistung – ganz aus Holz, in Blockbauweise.

Ein beliebter Treffpunkt für alle Generationen

Die Hütte bot neben einem gemütlichen Gastraum auch eine überdachte Terrasse, einen befestigten Vorplatz mit Grillstelle und Sitzgelegenheiten. Mit der Übergabe des neu angelegten Stausees im Juni 1971 erweiterte sich der Blick ins Aubachtal um eine neue, idyllische Komponente. Die Eintracht-Hütte entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel für Jung und Alt – sowohl zur vereinsinternen Nutzung als auch für private Feiern. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Verbesserungen vorgenommen, unter anderem der Bau einer Trocken-WC-Anlage.

Ein Wendepunkt – Übergabe an den HVO

2012 stellte die Gesellschaft Eintracht aus Altersgründen den Betrieb der Hütte infrage. Der Vorschlag, die Hütte dem HVO zu übergeben, wurde zunächst kritisch diskutiert. Fragen zu Aufwand, Kosten und Machbarkeit standen im Raum. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. August 2012 wurde schließlich entschieden, das Angebot anzunehmen – auch dank des engagierten Einsatzes von Rolf Löhmar, dem späteren Vorsitzenden.

Neuer Glanz durch Gemeinschaft

Ein Arbeitskreis aus 13 Mitgliedern wurde gegründet und übernahm die Instandsetzung der Hütte. Das Ergebnis: Seit dem 1. Mai 2013 erstrahlt die Eintracht-Hütte am alten Platz in neuem Glanz – bereit für Vereinsleben und Vermietung. Die Gesellschaft Eintracht löste sich im selben Jahr auf, hinterließ aber ein bleibendes Stück Dorfgeschichte.

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